Verein WIR - Leben in Gemeinschaft
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Hey!

Wir sind Maia und Anna-Maria, zwei begeisterte Menschen, die ihren Garten lieben und dort Hand und Herz anlegen.

Sei dabei!

Willst du mit uns Gartenluft schnuppern? Unsere nächsten gemeinsamen Aktivitäten im Garten sind:

Anfang Mrz.: Paprika topfen
Mitte Mrz.: Paradeiser topfen

Bei Interesse gib uns einfach Bescheid!

Besuch am Wurmhof Thaller

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Wolfgang und Gaby Thaller sind begeisterte Wurmbauern. Was das genau heißt, ist vielleicht nicht gleich vorstellbar, aber auf jeden Fall interessant!

Wir sind die Familie Wolfgang und Gabriele Thaller und arbeiten seit 2009 intensiv mit Regenwürmern – besser gesagt, mit Kompostwürmern im eigenen Regenwurmstall und der Thematik des Bodens. Unser Betrieb macht aus dem Mist der Vergangenheit Dünger für die Zukunft. Aus den Rohstoffen Mist, Gras, Strauchschnitt und Stroh stellen wir Rohkompost her, welcher an unsere Kompostwürmer verfüttert wird. Die Würmer veredeln dieses Futter zu wertvollem Dünger – dem sogenannten Regenwurmhumus.
Das bedeutet: Keine tierischen Ausgangsstoffe, keine Industrieabfälle als Ausgangsstoffe, geringe Aufwandsmenge, gesundes Bodenleben, Nährstoffverfügbarkeit, Humusverbesserung, reduzierte Kosten, lange Lagerqualität, sehr reich an Mikroorganismen, hohe Wasserspeicherkapazität, Nachhaltigkeit.“ – Gaby Thaller

Wurmhumus…

  • unterstützt ein gesundes Bodenleben
  • macht Nährstoffe verfügbar
  • ist für Humusverbindungen wichtig
  • sorgt für besseres Wurzelwachstum
  • und mehr dazu auf www.wurmhof.at

Lehrreiche Stunden am Wurmhof

Anna-Maria berichtet

Auf unserer Suche nach einer guten regionalen Vorzieherde besuchten Maia und ich Gaby und Wolfgang Thaller vom Wurmhof Zwettl. Wir hatten Produkte für den kürzlich eröffneten Selbstbedienungshofladen am Wurmhof mit dabei und nachdem das Geschäftliche abgewickelt war, führte Gaby uns durch den ungewöhnlichen Betrieb. Sie und ihr Mann Wolfgang waren 2009 auf die Idee gekommen, Regenwurmbauern zu werden. Sie hatten in einer Zeitschrift über den Wurmbauern Alfred Grand gelesen, der von seiner Arbeit berichtete – und davon, dass er auf der Suche nach einem Partnerbetrieb war. Gaby und Wolfgang beschäftigten sich mit dem Thema – und begannen kurz entschlossen noch im selben Jahr mit ihrer eigenen Regenwurmzucht.

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Bevor Gaby uns in die Halle führte, in der die Würmer ihrer Arbeit nachgehen, zeigte sie uns die große Kompostmiete, wo Pflanzenreste und der betriebseigene Rindermist durch Heißrotte kompostiert wird. Der fertige Kompost dient nämlich als Regenwurmfutter. Und weil nur ein guter Kompost ein gutes Futter für die Würmer ist, achtet Wolfgang, der sich über mehrere Jahre hinweg intensiv mit dem Thema Kompost beschäftigt hat, während der Kompostierung genau auf die Temperatur und die Entwicklung des pH-Werts.

Das Herz der Regenwurmfarm ist die „Wurmhalle, eine große Halle mit rundem Dach, in der auf Stelzen zwei riesige „Hochbeete“ stehen, die Wolfgang selbst gebaut hat. Wenn beide „Beete“ ausgelastet sind, leben dort in einer Kompostschicht von ca. 75 cm etwa 5 Millionen Kompostwürmer der Art „Eisenia foetida“. Diese Art ist von Natur aus vor allem in den oberen 20 cm des Erdreichs anzutreffen und wird mehrmals pro Woche gefüttert, indem Wolfgang mit dem Hoftrak und einer Spezialschaufel Kompost auf die Beete streut. Statt einem festen Boden haben die Beete unten ein Gitter, auf dem sich der Regenwurmhumus, den die Würmer ausscheiden, ansammelt. Während oben also immer wieder Material in Form von Futter nachkommt, kann dort unten fertiger Humus geerntet werden. Das geschieht mit Hilfe eines gespannten Seils, das knapp über dem Gitter durchgezogen wird und die unterste Schicht abschneidet.Die Regenwürmer werden dabei nicht gestört, da sie sich ja in der oberen Erdschicht aufhalten. Momentan ist das Beet wegen der winterlichen Temperaturen mit einer Folie abgedeckt. Ist es zu kalt, kriechen die Würmer in freier Wildbahn tief in die Erde, um in die Winterstarre zu gehen. Am Wurmhof würden sie durch dieses Verhalten unten beim Gitter der Hochbeete herausfallen und erfrieren. Damit dies auf gar keinen Fall passiert, werden die Beete im Winter oberirdisch mit Wasserschläuchen geheizt. Bei 20 Grad Celsius fühlen sich die Würmer richtig wohl und wenn es ihnen im Sommer zu heiß wird, legen sie eine Pause ein.

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Gaby zeigte uns einige Regenwürmer, die wir einer genauen Betrachtung unterzogen, während wir Neues lernten:

Die erwachsene Regenwürmer sind jene mit dem bekannten „Gürtel“. Als Zwitter legen nach einer Befruchtung beide beteiligten Tiere ein einzelnes Ei ab, aus dem später bis zu 5 Würmer schlüpfen können. Interessant ist die Überlebensstrategie der Wurmgemeinschaft, denn wenn Nahrung und Platz knapp werden, überlassen die alten Tiere den jungen das Feld und „ziehen aus“ um für sich einen anderen Platz zum Leben zu finden. Außerdem stellt ihre Gemeinschaft in diesem Fall die Fortpflanzung ein, bis durch das Sterben bzw. Abwandern der alten wieder genug Nahrungs- und Platzangebot für die jungen Würmer zur Verfügung steht. Bei besonderes schwierigen Wetterverhältnissen können Eier auch mehrere Jahre überdauern. Wenn dann die Bedingungen wieder passen, schlüpfen die Regenwürmer.

So haben die ursprünglich 800.000 Würmer, die Gaby und Wolfgang 2009 gekauft haben, sich in den Beeten des Wurmhofs munter weitervermehrt und sind mittlerweile auch in den Kompostmieten im Freien im Einsatz. Nach unserer Führung erzählte Wolfgang uns noch eine Menge Interessantes über den Aufbau des Betriebs, die Herstellung der Gartenerde, die wir zum Vorziehen verwenden und über Bodengesundheit im Allgemeinen.

An seiner Arbeit als Wurmbauer fasziniert ihn, „…dass so kleine Tiere, wenn sie zusammenarbeiten, so etwas Wertvolles schaffen können!“

Gaby sieht das genauso: „Wenn ich aus dem Garten gesundes nahrhaftes Gemüse ernte und weiß, dass wir mithilfe unseres Regenwurmhumus ein gutes und gesundes Essen auf den Tisch bekommen, dann schließt sich für mich der Kreis.“

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Vielen Dank Gaby und Wolfgang für den interessanten Nachmittag!

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